Definition

Arbeitszeitgesetz

Kurz erklärt: Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) regelt in Deutschland die Höchstarbeitszeit, Ruhepausen, Ruhezeiten sowie Sonn- und Feiertagsarbeit. Es soll die Gesundheit der Beschäftigten schützen. Die werktägliche Arbeitszeit beträgt grundsätzlich höchstens acht Stunden und nach der Arbeit sind mindestens elf Stunden Ruhezeit einzuhalten.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

  • Arbeitszeit (§ 3): Acht Stunden pro Werktag. Sie darf auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden nicht überschritten werden.
  • Ruhepausen (§ 4): 30 Minuten bei mehr als sechs bis zu neun Stunden Arbeit, 45 Minuten bei mehr als neun Stunden. Die Pausen dürfen aufgeteilt werden, jeder Abschnitt muss mindestens 15 Minuten dauern. Ohne Pause darf nicht länger als sechs Stunden hintereinander gearbeitet werden.
  • Ruhezeit (§ 5): Nach Ende der Arbeit mindestens elf Stunden ohne Unterbrechung. Für einzelne Bereiche wie Krankenhaus oder Gastronomie sind Kürzungen möglich, wenn sie ausgeglichen werden.
  • Nachtarbeit (§ 6): Für Nachtarbeitnehmer gelten engere Grenzen und Ansprüche auf Untersuchung und Ausgleich.
  • Sonn- und Feiertage (§ 9): Arbeit ist grundsätzlich verboten, mit gesetzlichen Ausnahmen, zum Beispiel in Krankenhäusern, der Gastronomie oder bei Verkehrsbetrieben. Als Ausgleich gibt es einen Ersatzruhetag.

Abweichungen und Sonderfälle

Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen dürfen in vielen Punkten abweichen. Für Fahrpersonal im Straßenverkehr gelten besondere Lenk- und Ruhezeiten, die im Beitrag Lenk- und Ruhezeiten LKW erklärt werden. Jugendliche fallen unter das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Arbeitszeitgesetz und Zeiterfassung

Die Aufzeichnung der Arbeitszeit ist im Betrieb Pflicht, mehr dazu steht unter Arbeitszeiterfassung. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet werden, im Höchstfall bis 30.000 Euro (§ 22 ArbZG).

Häufige Fragen

Wie viele Stunden darf ich pro Woche arbeiten?

Das Gesetz geht von sechs Werktagen mit je acht Stunden aus, also im Schnitt höchstens 48 Stunden pro Woche. Vertraglich sind meist weniger Stunden vereinbart.

Wie viel Pause steht mir zu?

Ab mehr als sechs Stunden Arbeit 30 Minuten, ab mehr als neun Stunden 45 Minuten.

Darf ich sonntags arbeiten?

Nur in Bereichen, für die das Gesetz oder ein Tarifvertrag Ausnahmen vorsieht.

Wird das Gesetz geändert?

Eine Reform der Arbeitszeitregeln wird politisch diskutiert. Stand Oktober 2026 gilt das bisherige Gesetz.

Stand: Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.

Arbeitszeitgesetz
Gertrude Holzke
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